Die Alte Posthalterei in der Niedergasse 50 der historischen Fachwerkstadt Stolberg erwartet Sie in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen, das von 1872 bis zum Ende der Postkutsch-Ära 1925 als Posthalterei fungierte. Heute bietet sie ihren Gästen modern eingerichtete Ferienunterkünfte mit angeschlossener Frühstücksstube und einen Hofladen.

Damals

Das Haupthaus stammt aus dem Jahr 1740. Später erfolgten Anbauten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde den damaligen Besitzern die Betreibung der Posthalterei übertragen. Das bedeutete damals eine sichere Einnahmequelle, denn die Transportleistungen wurden von der Oberpostdirektion vergütet.

Die Posthalterei

Posthaltereien waren verantwortlich für den gesamten Posttransport. Außerdem dienten sie als Bahnhof für die Personenkutsche. Diese große gelbe Kutsche kam einmal in der Woche aus Leipzig bzw. Braunschweig. Sie brachte auch die ersten Sommerfrischler in das Südharzer Fachwerkstädtchen Stolberg. Damit begann die touristische Zeit. Die normale, sogenannte ordinäre Postkutsche fuhr mehrmals täglich nach Rottleberode. 1923 wurde sie von der Bahn abgelöst. Eine Ansichtskarte vom letzten Tag der Postkutsche ist im Hofladen erhältlich. 

Danach blieb die Posthalterei noch einige Jahre bestehen, und man brachte die Post mit dem Postkarren oder mit dem Schlitten vom Postamt am Markt zum Bahnhof. Daneben betrieb die damalige Inhaberfamilie einen Kohlenhandel und fungierte als bahnamtliche Spedition. Weiterhin wurde Vieh gehalten, und große Teile der Gebäude beherbergten zahlreiche Stolberger und FDGB-Urlauber. In den 1970er-Jahren mussten die Stallungen dem Garagenbau für Trabi & Co. weichen.

Heute

Im Der große Hof konnte über die Jahrhunderte durch Mischnutzungen am Leben gehalten werden. Nach der Wende musste der Alteigentümer den Hof aufgeben.

Die heutige Familie Kirchner erwarb die „Alte Posthalterei“ 1997. Mithilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des LEADER-Programms gelang es, das große Grundstück weitgehend zu sanieren. 

Um den Werterhalt des Anwesens zu finanzieren, ist auch heute noch eine Mischnutzung erforderlich. 

Im linken Gebäudeteil befinden sich die Ferienunterkünfte mit angeschlossener Frühstücksstube. Der begrünte Innenhof sorgt mit seinen Sitzgelegenheiten zusätzlich für einen angenehmen Aufenthalt der Übernachtungsgäste. 

In der ehemaligen Scheune rechts im Hof befindet sich auf 100 Quadratmetern der Hofladen mit regionalen Spezialitäten.